Reservistenverband auf Nazi-U-Bootjagd. Treffer. Versenkt.

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) wurde ja in letzter Zeit in allen Medien als Waffenbeschaffer für Neonazis und Rechtsradikale diffamiert. Da muß man was dagegen unternehmen, ganz klar. Also macht man sich unverzüglich auf die Jagd nach Nazis in den eigenen Reihen – und wird fündig. Nämlich bei mir.

Ja liebe Leser, sie haben richtig verstanden, der VdRBw hat mich jetzt auch als Nazi ausgemacht. Genau wie der DSB und das FWR. Die Ursache dafür ist mal wieder meine Protestgrafik. Obwohl diese mehrfach gut beschrieben ist, offenbart sich doch noch so manchesmal eine gewisse Semantikschwäche bei einzelnen Betrachtern.

Diese haben nämlich alle eines gemeinsam, sie haben die Gebrauchsanleitung für dieses Blog entweder nicht gelesen oder nicht kapiert. Dabei ist sie einfach zu finden: Die Hauptseite http://GunTalk.de öffnen, auf der rechten Seite finden Sie dann unter “Seiten” meine Erklärung. Oder sie lesen, was ich sonst so in meinem Blog geschrieben habe.

Nachdem man beim VdRBw meine Grafik als “eindeutig” rechtsradikal identifiziert hatte, wurde das “Große Programm” gestartet. Meine Gesinnung wurde überprüft, von verschiedenen Ebenen des VdRBw, bis ganz runter auf die Reservistenarbeitsgemeinschaft “Schießsport” (RAG), wo ich als Mitglied des VdRBw geführt werde.

Von dort gab es Entwarnung -natürlich- in dieselbe Richtung rückwärts. Das ist auch angekommen, nur geglaubt hat man dort erstmal nichts. Kann ja nicht sein, wenn wir schonmal einen Nazi finden, dann ist das auch einer.

Zufälligerweise über diesen Vorgang informiert, habe ich mich durch die VdRBw-Instanzen gehangelt um diese ungerechtfertigten Vorwürfe zu entkräften. Bis ich dann ganz oben, bei der Bundesgeschäftsstelle in Bonn gelandet bin.

Der zuständige Mitarbeiter wusste sofort wer ich bin, als ich am Telefon meinen Namen nannte. Auf meine direkte Frage, ob er mich für einen rechtsradikalen Neonazi halte, antwortete er wie aus der Pistole geschossen: “JA!” Und das trotz der Informationen, die er ja von den untergeordneten Funktionären erhalten haben mußte. Er sagte, er hätte meine Seite angeschaut, die Grafik dort wäre eindeutig rechtsradikal, wegen der verwendeten Schriftart, die würde heutzutage nur noch von Nazis gebraucht. Genau die gleiche Argumentation, wie sie von anderen auch immer wieder -gebetsmühlenartig- vorgetragen wird.

Herr, schmeiß’ Hirn herunter, aber kräftig! Da müßte ja jede Tageszeitung, die eine Fraktur- oder altdeutsche Anzeigenschrift in ihrem Titel verwendet (davon gibt es viele), entweder in “Stürmer” umgenannt werden oder als nationalsozialistisches Hetzblatt sofort verboten werden.

Ich frage mich, wie wenig weit manche Menschen denken können, oder von wem sie sich vordenken lassen. Diese Frage stellen sich natürlich diejenigen, welche mich bewußt in eine nationalsozialistische Ecke drängen wollen, nicht. Da wird jede mögliche Angriffsfläche genutzt, um unliebsame Kritiker mundtot zu machen. Jemanden als Nazi hinzustellen ist die einfachste Möglichkeit.

Dies kann man dem VdRBw jetzt ausdrücklich nicht unterstellen, nach einem persönlichen Gespräch und mehreren E-Mails wurde ich hochoffiziell wieder “entnazifiziert”: “……..wurde ein aufgekommener Anschein einer Identifikation mit rechtsradikalen Bestrebungen ausgeräumt.Stellt sich nur noch eine Frage, nämlich ob die “Dienste” das jetzt auch so sehen..(geklärt, mehrere Dienste involviert,  stehe unter Beobachtung bis zum heutigen Tag (2015))

Wie dem auch sei, man sieht an diesem Fall wieder mal deutlich, daß die Verbände nicht in der Lage sind, sich zu koordinieren und gemeinsam -auf sinnvollerem Wege- gegen die Hetze der Kommunazisten und der Medien vorzugehen. Mit deutlichen Worten, statt mit Schmusekurs. Da wird lieber der eigene Stall “ausgemistet”, “enttarnte” Nazis werden sofort aus dem Verband ausgeschlossen, Kollateralschäden werden dabei hingenommen. Man sieht sich als Blockwart der Medien, in vorauseilendem Gehorsam werden “Fehler” ausgebügelt. Es werden sogar Schießsportleiter aus dem Verband geworfen, nur weil sie einen Nazi-Waffenbesitzer in ihrer RAG haben. Begründung: Der Schießsportleiter hätte dem ja  das “Bedürfnis” zum legalen Waffenbesitz erteilt.

Momentmal! Falsch! Der Schießsportleiter erteilt keine Bedürfnisse! Dieser prüft nur, ob einige Voraussetzungen  des Aspiranten  für den legalen Waffenbesitz  erfüllt sind. Er kann nur verantwortlich die Einhaltung der Bestimmungen des Waffenrechts bestätigen, nämlich den Nachweis geben, daß der zukünftige Waffenbesitzer die vorgeschriebene Anzahl an Trainingseinheiten mit der beantragten Waffenart in vorgeschriebener Zeit absolviert hat und daß der Schießstand des Vereins für die beantragten Disziplinen geeignet ist. Mehr nicht.

Den Rest, nämlich die Bestätigung des Bedürfnisses, erteilt der Verband, in diesem Fall der VdRBw selbst, auf Grundlage der vorhandenen Unterlagen. Die zuständigen Behörden haben dann zu prüfen, ob dem Antragsteller eine Waffenbesitzkarte  ausgestellt werden kann, dafür werden verschiedene Ämter und die Polizei befragt, auch wird eine große Auskunft aus dem Bundeszentralregister angefordert. Sind diese Überprüfungen -z.B. auf Straftaten- alle negativ, muß die WBK von der Behörde erteilt werden. Von dieser Warte betrachtet, gibt es keinen Grund die “Kleinen” für die Fehler der “Großen” zu bestrafen.

Ob man jetzt -in aktionistischer Art und Weise- eine Hexenjagd auf echte oder eingebildete Nazis veranstalten sollte, muß der VdRBw selbst wissen. Vielleicht wäre es aber besser, erst einmal nachzudenken. Denn: Wer weiß, wie das bei mir hätte ausgehen können, wenn ich nicht von dem Vorgang erfahren hätte und dagegen vorgegangen wäre?

 Michael Kuhn

P.S.: Wer genau wie ich von der Hetze gegen uns Sportschützen “angefressen” ist, kann es ja genauso machen wie ich: Ich trage ein T-Shirt mit der beanstandeten Grafik wenn ich mich im “Real-Life” bewege.  

Das gibt immer ganz gute Diskussionen mit gewissen Leuten. Führt oft zu sehr nachdenklichen Menschen. Kann eine Meinungsänderung bewirken. Das Hemdchen ist hier erhältlich, wenn Sie auch eines haben möchten. Die Gebrauchsanleitung dazu haben Sie als regelmäßige Leser sicher nicht nötig.

oder sogar weniger, bis zur Bundestagswahl,
der daraufhin
wahrscheinlich folgenden Zeitenwende für den
Schießsport, die Jagd und das Waffensammeln,
sowie
dem damit verbundenen Verlust Ihrer Freiheitsrechte
und Ihrer Sport- u. Jagdwaffen
(auch der Druckluft- u. Kleinkaliberwaffen)

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11 Responses to Reservistenverband auf Nazi-U-Bootjagd. Treffer. Versenkt.

  1. Joerg Roegener says:

    Lieber Michael Kuhn,

    das konnte ich fast nicht glauben, was Ihnen da widerfahren ist.

    Aber Vasallen und andere Wasserträger finden sich ja wohl überall, die Geschichte lehrt es uns immer wieder.

    Eine Anmerkung von mir, welche Sie mir bitte nachsehen:

    Das Stigmatisierungs-T-Shirt würde ich in ganz normaler Blockschrift herstellen lassen und vertreiben.

    Damit ersparen Sie sich Diskussionen mit Menschen, welche unsachlich und ideologisch verblendet sind.

    Deren Meinung ist i.d.R. sowieso schon längst in eine Einbahnstrasse geraten, das ist so meine Erfahrung.

    Viele Schützengrüsse,
    Jörg Rögener

  2. Michael Kuhn says:

    Jörg,

    wenn ich die Schrift ändere fehlt ein wesentliches Merkmal der Aussage der Grafik.
    Glauben Sie mir, dann kann ich es auch gleich sein lassen damit.

    Nein. jetzt erst Recht! Und ich fände es schön, wenn diese Grafik zu einem Zeichen des Widerstandes aller Sportschützen würde.

    Aber selbst in unseren Reihen sind viel zu wenige mit “Eiern in der Hose”, die das auch tragen und zeigen würden……..

    Schade. Bei den Kommunisten hat man keine Hemmungen, seine Meinung auf drastische Weise auszudrücken.

    Mörder, Terroristen, Nazis………

  3. Thomas St. says:

    Hallo Michael

    Wie du vom VdRBw behandelt worden bist, da fällt mir nur “Lächle und sei froh…” ein.
    Muss mal schauen ob es schon “Enttarnungen” in meiner RAG gab.
    Aber wer ein Gelöbnis abgelegt hat, mit dem Wortlaut:
    “… und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“, braucht sich ja nicht wundern dass er als Feind des modernen Sozialismus gilt.

    Bleib wie du bist,
    Thomas St.

  4. Rainer says:

    Es wäre wünschenswert, wenn der VdRBw seine Energie auch mal gegen die Hetze aus Politik und Medien einsetzen würde.

    Aber da fehlt der sprichwörtliche “Arsch in der Hose”. Keine Reaktionen auf grüne HA-Verbotswünsche oder geplante Waffensteuern.

    Diese Themen werden sogar intern totgeschwiegen, geschweige denn öffentlich kommentiert.

  5. B_Krainz says:

    “Das Stigmatisierungs-T-Shirt würde ich in ganz normaler Blockschrift herstellen lassen und vertreiben.”

    Eben nicht.

    Die “normale Blockschrift” ist das, was den Nazis genehm war. Fraktur-Schriften sah man als “Judenlettern” an und die Verwendung war ab 1941 unerwünscht.

  6. Ludwig Harder says:

    Hallo Michael,

    da sieht man, wie schnell ein “Märchen” real werden kann. Wobei ich nicht weiß, welche Bezeichnung heute schlimmer ist … Mörder oder Nazi.

    Viel schlimmer ist es, daß Du aus Ignoranz und wohl auch Inkompetenz in einen Topf geworfen wurdest, aus dem man nicht so leicht wieder rauskommt.
    Wie leicht wäre es für die Akteure gewesen sich das notwendige Wissen, was es mit Deinem Protestsymbol auf sich hat, vollkommen kostenlos aus Wikipedia zu ziehen. Aber dafür müßte man zumindest eine Grundkenntnis der Deutschen Geschichte haben und eine Ahnung nach was zu suchen ist. Das wiederum würde ein eigenständiges und vor allem kritisches Denken voraussetzen. Und das ist nun mal Arbeit. Da ist es viel einfacher etwas unkritisch zu übernehmen, Fakten zu ignorieren und einem pawlowschen Reflex gleich zu zuschlagen.

    Obwohl … gab es da nicht mal etwas wie eine Unschuldsvermutung, die so lange bestand hat, bis ALLE Fakten geprüft sind und die Schuld zweifelsfrei BEWIESEN ist?

    Scheinbar braucht der eine oder andere Funktionär doch noch ein bißchen Nachhilfe, in deutscher Geschichte und etwas mehr Detailkenntnis; von daher empfehle ich an dieser Stelle einmal die Lektüre von Rupert Butlers Buch “Illustrierte Geschichte der Gestapo” (ISBN 978-3860471630). Sehr hilfreich, wenn man einmal einen Terrorapparat und seine willfährigen Helfer und Denunzianten verstehen will.

    Dein Beispiel kann schon fast als Zeugnis dafür gelten, daß sich Geschichte (leider) immer wiederholt.

    Dummerweise kann ich nicht mal behaupten, die Menschen hätten nichts aus der Geschichte gelernt. Denn eins scheint man gelernt zu haben, wie man seinen (politischen) Gegner nachhaltig schädigt und mundtot macht.

    In diesem Sinne
    L. Harder

  7. Thomas Leske says:

    Ich kann kaum glauben, dass der DSB sich dafür interessiert, ob seine Mitglieder Nazis sind.

    Die DSB-Satzung sagt eindeutig:

    “§3 Tätigkeitsgrundsätze und Gemeinnützigkeit
    1. Der DSB ist politisch, weltanschaulich und konfessionell neutral.”

    Auch mein eigener Verein vor Ort hat eine Satzungsklausel:

    “Der Verein ist politisch neutral und wird unter Wahrung der politischen und religiösen Freiheit der Mitglieder nach demokratischen Grundsätzen geführt.”

    Nazis sind uns daher als Mitglieder ebenso willkommen wie andere politische Minderheiten auch.

  8. Michael Kuhn says:

    Hallo Thomas,

    so sollte es sein. Nichtsdestotrotz wird der Nazi-Vorwurf gerne genutzt um unbequeme Kritiker mundtot zu machen.
    Von jeglicher Organisation oder Partei. Es bietet sich einfach an….

    Das ergibt dann immer gute Möglichkeiten, sich zu distanzieren. Siehe BdMP, wo das auch kräftig in die Hose gegangen ist.

  9. storchkraft says:

    Da darf man bald wohl nicht mal mehr Storch Heinar Klamotten tragen ohne als schröcklicher Nazi identifiziert zu werden? 😀
    Gab ja auch mal so einen skandalösen Gerichtsprozess, wo man jemanden mit dem Hakenkreuz-Wegwerfmännchen Verwendung verfassungsfeinlicher Symbole anhängen wollte, obwohl die Aussage ja genau andersherum ist.

  10. Achim O. aus I. says:

    Und immer wieder der Käse mit den angeblichen Nazi-Schriften…

    Gebrochene Schriften (Fraktur, Gotisch, Rundgotisch, Schwabacher) gab es im deutschen Sprachraum seit über 600 Jahren. Als Hitler 1933 an die Macht kam, war der Gebrauch von Frakturschriften völlig normal und ist natürlich keine Erfindung der Nazis.

    Ganz im Gegenteil (und was gemeinhin nicht bekannt ist): 1941 teilte Martin Borman den Gau- und Reichsleitern mit:

    “„Die sogenannte gotische Schrift als eine deutsche Schrift anzusehen oder zu bezeichnen ist falsch. In Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Schwabacher Judenlettern. …. Am heutigen Tage hat der Führer …. entschieden, dass die Antiquaschrift künftig als Normal-Schrift zu bezeichnen sei. Nach und nach sollen sämtliche Druckerzeugnisse auf diese Normal-Schrift umgestellt werden….”

  11. Bernd Stielau says:

    Tja. Wieder was dazugelernt. Im Lichte dieser Erkenntnis müßte ja der ganze Blog… aber wenn ich ehrlich bin, kann ich Arial doch besser lesen 😀
    Diese Schnarchnasen, statt den Spruch mal zu lesen, hängen die sich an der Schrift auf.
    Warum erinnert mich das immer wieder an St. Florian?

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